Pressemitteilung der Knierim Yachtbau GmbH
7. Mai 2012
Reinrassiger Racer Ker 50 by Knierim
Neue Hightech-Regattayacht „Varuna“ in Kiel getauft und getestet
KIEL. Puristisch, radikal und kompromisslos – diese Eindrücke hinterlässt
der jüngste Neubau der Kieler KNIERIM-Werft schon auf den ersten Blick. Die
Ker 50 des Hamburger Regattaseglers Jens Kellinghusen ist zweifelsohne ein
reinrassiger Racer. Am Freitagabend (4. Mai) taufte seine Frau Angelika das
Boot vor mehr als hundert Gästen auf den traditionellen Namen „Varuna“, die
am Wochenende bereits ihre Jungfernfahrt mit ersten Segeltests erfolgreich
absolvierte. Von dieser Rennyacht dürfte fortan mehr zu hören sein.
Ganz in schwarz von Rumpf und Mast bis zu den Segeln mit der Nummer GER 6700
sorgte die rund 15,50 Meter lange und 4,75 Meter breite „Varuna“ auf der
Kieler Förde bereits von weitem für Aufsehen. Bei leichter bis mäßiger Brise
glitt sie in geradezu behänder Leichtigkeit über die kaum bewegte See. Der
Mann am Steuer stolz und voll des Lobes. „Alle Beteiligten haben einen
fantastischen Job geleistet“, so Kellinghusen, „jedes einzelne Teil ist mit
Hingabe perfekt gebaut – ein Meisterstück!“ Seinem Dank verlieh der
Unternehmer Ausdruck, indem er die zunächst erst für Ende Mai vor dem Start
in die Regattasaison in Hamburg geplante Taufe kurzerhand zum Stapellauf in
die KNIERIM-Werft verlegte.
Nur fünfeinhalb Monate lagen zwischen Bestellung und Auslieferung. Und dass
obwohl nicht nur die Formen für Rumpf und Deck sowie Ruder, Kiel und
Schotten in einer der drei Fünf-Achs-Maschinen der KNIERIM Tooling
zehntelmillimetergenau gefräst wurden, sondern auch die für viele kleinere
Strukturteile. Die vom Hightech-Unternehmen für individuelle Yachten
perfektionierte Komposit-Bauweise ist State of the Art: Kohlefaser-Prepreg
mit Nomex-Honigwaben als Sandwichkern. „Es ist sicher eines des
vollendetesten Boote, das wir in den zehn Jahren seit unser Neuausrichtung
gebaut haben“, meint Werftchef Gunnar Knierim.
Auffällig: Die meisten Fallen und Strecker wurden „versteckt“ verlegt, das
Cockpitlayout ist sauber und aufgeräumt. Passend dazu das futuristische
Airfoil-Rigging von „Hall Spars“, ein Mast der neusten Generation. Innen wie
außen wurde alles in flint black metallic von „Alexseal“ lackiert, aber
matt. Das spart einen Spritzgang und damit nochmal zehn Kilogramm Gewicht!
Bunt sind nur die Stander vom Norddeutschen Regatta Verein und von den
Alsterpiraten am Heck, deren Farben Jens Kellinghusen seit jeher vertritt.
Für seinen Mut, ein bis ins Detail auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegtes
Boot bauen zu lassen, erntete er von vielen aktiven und ehemaligen
Regattaseglern Respekt und Anerkennung. Das Resultat verglich der Eigner mit
der Vorgängerin, einer Rogers 46: „Diese ‚Varuna‘ hat das gleiche Gewicht,
ist aber zehn Prozent länger und hat 40 Prozent mehr Segelfläche.“ Sie wiegt
nur rund 6,6 Tonnen mit einem Großteil in der 3,75 Meter tief gehenden
Kielbombe.
Dass dieses Schiff schnell sein muss, sieht schon ein Laie. Dass dies nicht
zufällig so ist, garantiert der renommierte, internationale Yachtdesigner
Jason Ker, der 2007 für den ersten südafrikanischen America’s Cupper
verantwortlich zeichnete. „Wir haben in nur drei Wochen 130.000 verschiedene
Rumpfformen durchgerechnet“, berichtet der Konstrukteur. Die letztlich 51
Fuß lange dennoch weiter als Ker 50 bezeichnete Yacht wurde für Regatten
nach dem IRC-Wertungssystem optimiert, habe aber auch ein konkurrenzfähiges
ORCi-Handicap, so Ker. Herausgekommen ist ein „einzigartiges
Unterwasserschiff“ (Kellinghusen) und ein Rennwert so hoch wie der einer TP
52 der jüngsten Generation.
Der erste Vergleich mit einem Boot dieser Klasse darf mit Spannung erwartet
werden. Am 16. Juni trifft die „Varuna“ beim Welcome Race der Kieler Woche
auf das Audi Sailing Team powered by All4One unter Skipper Jochen Schümann.
Während der dreimalige Olympiasieger mit seiner neuen, internationalen Crew
antritt, setzt Kellinghusen wie bisher auf eine 14- bis 15-köpfige deutsche
Mannschaft mit Bootsmann Tim Daase, der „alle wesentlichen Ideen für die
einfache Handhabung der Yacht eingebracht hat“. Mit dabei sind unter anderem
die beiden „North“-Segelmacher Nihat Aydin und Arnd Howar sowie Sebastian
Vedder und Christian Stoffers, die – wie das KNIERIM-Team samt Auszubildende
– so manchen Tag bis in den späten Abend beim Bootsbau verbrachten.
Ihre Feuertaufe im Wettkampf soll die Yacht bei der Nordseewoche bestehen,
und anschließend rund Skagen ihre Hochseetauglichkeit unter Beweis stellen.
Bei der Kieler Woche ist noch die Rückregatta von Eckernförde nach Kiel
geplant. Danach wird die „Varuna“ nach Sandhamn in Schweden überführt, wo
sie am Rennen Gotland Rund teilnimmt. „Das ist unser Test, ob wir dieses
Jahr schon fit genug für größere Aufgaben sind“, sagt der Skipper und verrät
die Ziele. Nach Regatten im Mittelmeer, darunter die Les Voiles de Saint
Tropez und das Rolex Middle Sea Race in Malta soll die „Varuna“ am Zweiten
Weihnachtstag beim legendären Rolex Sydney Hobart Race in Australien
starten. Neugierige Blicke sind der außergewöhnlichen Yacht allerorten
sicher.
Ihre Kontakte für weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
KNIERIM Yachtbau GmbH
PR Consultant Meike Brunßen
Föhrdener Straße 6 Uferstraße 100
25563 Wrist 24106 Kiel
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