Segel Bundesliga Travemünde 23.07.2017

23.07.2017

Nerven aufreibendes Finale in der Segel-Bundesliga

„Die ersten sieben Plätze wurden mit nur drei Punkten Unterschied bei der 1. Segel-Bundesliga entschieden – das gab es noch nie“, so dokumentierte Joachim Hellmich, aus der Organisation der Segel-Bundesliga, die enge Entscheidung im Ligageschehen vor Travemünde. „Eine Leistungsdifferenz ist kaum noch vorhanden“, fügte er weiter hinzu. Tatsächlich hätte das Finale der Deutschen Segel-Bundesliga kaum spannender sein können. In Liga eins triumphierte der amtierende Deutsche Meister vom DTYC aus Tutzing, die Liga zwei gewann die SV Itzehoe.

Punktgleich mit 48 Zählern standen der Deutsche Touring Yacht-Club und der SMC Überlingen am Ende da. Die Entscheidung lieferte ein Wettfahrtsieg mehr der Tutzinger Crew: Vier erste Plätze zu drei Siegen des SMCÜ nach 16 gesegelten Flights verhalfen dem DTYC zum Gesamtsieg. „Es war ein harter Kampf für die Jungs. Dass es eng wird, vor allem nach hinten raus, war zu erwarten. Wir sind aber sehr glücklich, dass am Ende doch alles gut gelaufen ist und werden Travemünde in guter Erinnerung behalten“, erzählte Teammanager Michael Tarabochia sichtlich erleichtert.

Der Potsdamer Yacht Club (PYC) segelte mit nur einem Punkt Abstand zum Zweitplatzierten auf Platz drei. Der DTYC kann sich gleich doppelt freuen. Mit dem Sieg zur TW übernahmen der Titelverteidiger auch die Führung in der Saisonwertung. Das Team vom Starnberger See verlässt damit den vierten Rang und löst den vorigen Erstplatzierten, den Norddeutschen Regatta Verein (Hamburg), in der Gesamttabelle ab. Die Hamburger rutschten in der Tabelle auf den dritten Platz, nachdem sie sich in Travemünde mit einem 9. Platz begnügen mussten.

Der Gastgeber und Ausrichter des vierten Spieltages der Deutschen Segel-Bundesliga – der Lübecker Yacht-Club – belegte Rang 13 und berichtete sichtlich unzufrieden, dass „es hätte besser ausfallen können“. „Angepeiltes Ziel war eine Platzierung zwischen dem fünften und dem neunten Platz“, so Maximilian Gebhard, Teammanager des LYC. „Es fehlte vor allem an Konstanz. Zudem führte einer von zwei Fehlstarts zu sieben Strafpunkten.“

Auch bei der Zweiten Segel-Bundesliga waren die ersten Plätze heiß umkämpft. Um den ersten Platz duellierten sich die Teams der SV Itzehoe und der Schlei SC. Mit nur einem Punkt Differenz entschied die SVI den Sieg für sich. Crew-Mitglied Julian Ramm sagte dazu: „Wir sind sehr zufrieden und glücklich. Gern hätte es auch eindeutiger sein können, denn der entscheidende Punkt fiel tatsächlich erst im letzten Flight, in der letzten Wettfahrt.“ Nur knapp hinter dem zweitplatzierten SSC segelte der Mühlenberger SC. In der Gesamtrangliste baute die SV Itzehoe ihre Führung aus. Es folgen der Flensburger SC und der ASV Warnemünde.

Nach Travemünde folgt für die Liga-Teams der fünfte Spieltag in Glücksburg vom 18. bis zum 20. August. Die Zweiten Bundesliga bestreitet in der Flensburger Förde sogar ihr Finale, die Erstligisten müssen noch vom 2. bis 4. November in Berlin ran.

Bildunterschriften von oben:
Der DTYC segelte mit guter Manövertechnik zum Sieg vor Travemünde. Foto: segel-bilder.de
Die SVI feierte ihren Sieg in der Zweiten Liga mit einer Bierdusche. Foto: segel-bilder.de

Seebahn kürte Mittelstrecken-Sieger auf verkürzten Kursen

Drei Regatta-Tage sind zur Travemünder Woche absolviert, und Segler und Wettfahrtleitungen dürfen sich über ein fast optimales Programm freuen. Die Segel-Bundesliga schaffte zu ihrem Abschluss in der 1. Liga die maximale Anzahl von 48 Rennen, die 2. Liga war mit 45 Wettfahrten dicht dran. Sogar über dem Soll liegen die Trias, die zu ihrer Halbzeit fünf der geplanten acht Rennen geschafft haben. Hier liegt weiterhin Ben Uerlichs vom Rursee an der Spitze. Ihre Siegerehrung hatten bereits die Athleten der seegehenden Yachten. Sie schlossen ihre Mittelstreckenrennen mit der zweiten Wettfahrt ab.

Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder zeigte sich mit dem Auftakt-Wochenende sehr zufrieden. „Die Seesegler haben auf der Mittelstrecke zwei schöne Wettfahrten gesegelt, auch wenn es in der zweiten einige Diskussionen über die Kursführung gab. Und die Trias haben sogar ein Rennen vorgezogen, so dass sie für alle Fälle gewappnet sind“, so Schweder, der nun dem Auftakt der Gemeinsamen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften entgegenblickt: „Ich bin da sehr optimistisch, denn die Wind- und Wettervorhersagen sind für Montag ganz okay. Ich glaube, das kann ein sehr schöner Auftakt werden.“

Trias:
Von überraschender Souveränität agiert bisher Ben Uerlichs mit seiner Crew bei den Dreimann-Kielbooten. Mit drei Siegen, einem zweiten Platz sowie einem vierten Rang als Streicher führt das Team vom Rursee das Ranking der zehn Boote deutlich an. „Ich bin selbst überrascht, dass es so gut läuft, denn wir segeln sonst ja eher selten Trias“, so Uerlichs. Für die Travemünder Woche hat sich das Team ein Boot geliehen. „Sonst segele ich Pirat. An der grundsätzlichen Taktik ändert sich natürlich nichts, aber mit der Trias segelt man schon weniger Wenden.“ Allerdings war bisher zur Travemünder Woche das schnelle Reagieren auf die wechselnden Winde, die mit Böen und Drehern über die Lübecker Bucht kamen, nötig: „Aber das sind wir vom Rursee ja gewohnt“, sagte Uerlichs. Vor den drei noch ausstehenden Wettfahrten hat er sich schon ein kleines Punktepolster vor dem Titelverteidiger zur Travemünder Woche, Mathias Strang (Rursee), angelegt.

Seebahn Mittelstrecke:
Die Gewitterwarnung am Morgen und die damit einhergehende Startverschiebung ließ die Mittelstrecke der Seesegler auch am zweiten Tag schrumpfen. Von ursprünglich geplanten 32 Seemeilen verkürzte Wettfahrtleiter Uwe Wenzel die Strecke auf rund 19 Seemeilen. Auf dem Kurs kämpfte er bei der Kursplanung mit einem Winddreher um rund 60 Grad. Das erhöhte auf dem abgesteckten Törn den Anteil der Kreuzschläge. Für Verwirrung sorgte die Rundungsrichtung der ersten Bahnmarke. Aus dem Trott, zunächst linksherum zu segeln, konnten einige Crews trotz der ausgeschriebenen Rechtsdrehung offenbar nicht ausbrechen. Die Folge waren einige Proteste und entsprechende Jury-Verhandlungen am Abend, die erst kurz vor der Siegerehrung in die Ergebnisse mündeten. Insbesondere die Resultate der OSC-V-Gruppe wurden durch sieben Disqualifikationen kräftig durcheinander gewirbelt. Christian Ahrendt (Berlin) konnte so mit seiner „Xenie“-Crew mit einem vierten und einem zweiten Platz in den beiden Mittelstrecken-Rennen den Gesamtsieg vor dem punktgleichen Carl-Peter Forster (Hamburg) mit der „Inschallah“ feiern. In der OSC IV gab es die Entscheidung über Sieg und Platzierung allein über den Wettstreit auf dem Wasser. Und hier wurde es zu einem Kampf auf des Messers Schneide. Die „Feinschliff“ von Hanno Zimmermann (Lübeck) ließ einem dritten Platz einen Sieg folgen. Das reichte, um die „Patent 4“ von Jürgen Klinghardt und Henning Tebbe (Lübeck/Hamburg) auf Platz zwei zu verweisen. Die „Patent 4“ hatte die gleichen Einzelplatzierungen, musste sich aber beugen, da der Sieg im Abschlussrennen zugunsten der „Feinschliff“ entschied. In der ORC-Wertung drehte sich das Ergebnis aber, so dass Klinghardt/Tebbe hier über den Sieg jubeln durften.

Kleinere Startfelder waren in den Yardstick-Klassen auf der Bahn. Die „Geronimo“ von Eckhard Schmelzer segelte in der OSC I auf Rang eins. Stefan Meining (Lübeck) führte seine Mannschaft auf der „Na und“ mit zwei Einzelsiegen zum souveränen Gesamtsieg in der OSC II. Und auch in der OSC III gab es einen klaren Gesamtsieger mit der zweimal erfolgreichen „Taipan“ von Georg Sichtling (Rostock).

Bildunterschrift: Die „Feinschliff“ sicherte sich denkbar knapp den Gesamtsieg in der Klasse OSV IV. Foto: segel-bilder.de

„Klein-Olympia“ in Travemünde

Mit einem fröhlichen Fahnenmeer wurde am Sonntag die Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaft (GIDJM) des DSV eröffnet. Seglerinnen und Segler aus 20 Nationen gehen ab Montagmorgen in Travemünde an den Start.

Die GIDJM bildet ein breites Spektrum des Jugend- und Jüngstensegelns ab – vom Opti, bei dem der jüngste Teilnehmer gerade einmal neun Jahre zählt, bis zu Klassen wie 420er, Europe und Pirat, in denen die Teilnehmer bis zum 20. Lebensjahr bei der GIDJM teilnehmen können. Dementsprechend glich die Szenerie vor der Stadtwerke Lübeck Bühne am Lotsenturm zur Eröffnung des Events einer großen internationalen Party, bei der sich die Seglerinnen und Segler aus 20 Nationen und allen 16 deutschen Bundesländern aufgeregt beäugten.

„Ihr seid unsere ganz große Nachwuchschance“, begrüßte die Lübecker Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer die deutschen und internationalen Gäste. Andrea Varner-Tümmler, die 1. Vorsitzende des Lübecker Yacht-Clubs, betonte die Wichtigkeit des Events für das internationale Freundesnetzwerk unter Seglern. Dabei bezog sie sich auf den deutsch-französischen Jugendaustausch zwischen dem deutschen und dem französischen Seglerverband, der 2017 im Rahmen der Travemünder Woche durchgeführt wird. Bevor DSV-Jugendobmann Timo Haß unter Applaus die GIDJM offiziell eröffnet erklärte, gab DSV-Präsidentin Mona Küppers den jungen Seglerinnen und Seglern ein Zitat der Segel-Legende Paul Elvström mit auf den Weg. „Du hast das Rennen nicht gewonnen, wenn du beim Siegen den Respekt deiner Gegner verloren hast!“ Ein wichtiger Merksatz für alle Jugendlichen, die international erfolgreich segeln wollen.

Rund 900 Seglerinnen und Segler gehen bei der GIDJM vom 24. bis 29. Juli an den Start. Die weiteste Anreise dürften dabei die Delegationen aus Australien, Japan, Mexiko und Uruguay hinter sich haben.

Montag um 12 Uhr fällt der Startschuss zu den ersten Wettfahrten von „Klein-Olympia“, wie NDR-Moderatorin Maike Jäger den Charakter des Events treffend zusammenfasste. Alle Klassen werden live getrackt, vom SAP Media Race Course wird täglich ab 12 Uhr ein kommentierter Internet-Livestream übertragen.

Bildunterschrift: Internatioanles Jugendflair zur Eröffnung der Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften. Foto: segel-bilder.de
Rund 250.000 Besucher am ersten TW-Wochenende

Mit dem Abschluss des ersten Wochenendes ergab sich für Uwe Bergmann, den Geschäftsführer der Hamburger Agentur uba, die das Festival vermarktet, die Gelegenheit zu einer ersten Bilanz. Trotz eineinhalb Regentagen am Auftaktwochenende konnte Bergmann ein positives Fazit ziehen – in der Besucherzahl mit Potenzial nach oben, wenn sich das Wetter in der kommenden Woche bessert. Die Neuerungen in der Gestaltung des Festivalareals seien meist positiv aufgenommen worden, auch wenn an einigen Stellen noch nachjustiert werden müsse. Kritiker und Skeptiker wolle man bis zum kommenden Wochenende zu überzeugen versuchen, dass der eingeschlagene Kurs der richtige sei.

Die Travemünder Woche sei mit einem starken Freitag in ihre 128. Auflage gestartet, so Bergmann. Das gute Wetter zur Eröffnung lockte rund 80.000 Besucher in den ersten Stunden an das Festivalareal entlang der Travepromenade und der Strandallee. Dagegen spülte der Samstag mit dem Dauerregen die gute Stimmung unter den Ausstellern zunächst etwas hinweg. Den gesamten Tag über kam lediglich die gleiche Anzahl an Gästen wie am Freitag, und auch der Sonntag begann mit Regen. Mit dem Aufreißen der Wolkendecke setzte der Besucherstrom aber wieder ein, und die Organisatoren rechneten damit, dass bis zum Abschluss der ersten drei Tage rund 250.000 Besucher nach Travemünde gekommen sein sollten. „Damit sind wir sehr zufrieden, denn auch die Rahmenbedingungen mit der Verkehrssituation in Travemünde und um Lübeck ist nicht optimal. Insgesamt ist die Stimmung gut, auch wenn einige natürlich immer gern mehr hätten“, so Bergmann.

Die Änderungen des Festivalprogramms haben sich gut in Travemünde eingefügt. Dennoch gelte es, noch einige Skeptiker zu überzeugen. „Die Wandlung des Brügmanngarten von der Konzert-Arena zum Stadtwerke Lübeck Festivalgarten hat uns sicherlich am meisten beschäftigt. Aber das Areal ist sehr attraktiv geworden, die Besucher haben viele Gelegenheiten, um zu verweilen. Das war das Ziel“, sagt Bergmann. Einige Angebote brauchen indes noch etwas Zeit, um sich zu etablieren. Auch in der Verbindung zum neuen Holsten-Biergarten „Ankerplatz“ sollte noch nachjustiert werden. So wird der Biergarten jetzt zu einer Seite komplett abgeriegelt. In den ersten Tagen erwies sich der Durchlauf durch den „Ankerplatz“ als zu umständlich und eng. Mit einer klaren Beschilderung der Umwegung und dem Aufbau zusätzlicher Rampen sollten die Wege aber auch für Menschen mit Behinderung unproblematisch sein.

Die neue zentrale Musikbühne, die Stadtwerke Lübeck Bühne am Lotsenturm, war in den ersten Tagen unproblematisch zu bespielen gewesen. Durch das schlechte Wetter wurde es nicht zu drängelig vor der Bühne und eine Umwegung musste noch nicht greifen. Eine Bewährungsprobe wird das Areal an der Schnittstelle von Travepromenade und Strandallee wohl am Montag haben, wenn die Band „United4“ die Massen anlockt. „Alle Beteiligten haben ein sehr wachsames Auge darauf, so dass alles glatt laufen sollte“, so Bergmann. Insgesamt seien alle Änderungen mit den verschiedenen Gremien von Tourismuszentrale, Stadt, Hoteliers und Wirtschaft abgesprochen und stets transparent kommuniziert worden. Auch im Sicherheitskonzept gibt es eine enge Abstimmung zwischen den Veranstaltern und der Polizei. Und bisher sei es zu keinen Ereignissen gekommen, die zur Beunruhigung geführt haben. Die Lärmlast sei durch die neue Bühnenstruktur deutlich zugunsten der Gäste verbessert worden.

Die Analyse, wie sehr sich das neue Konzept bewährt habe, werde erst nach Abschluss der Travemünder Woche erstellt. „Wir werden dann sehen, ob das neue Konzept trägt und alle Seiten zufrieden sind. Das Ziel ist in jedem Fall, dass die Besucher ihren Spaß haben“, so Bergmann.

Das Segel-Programm für Montag
vorauss. 11 Uhr: Trias (Seebahn)
vorauss. 12 Uhr: IDJM 420er (Bahn Delta)
vorauss. 12 Uhr: IDJM Pirat (Bahn Delta und SAP Media Race Course)
vorauss. 12 Uhr: IDJüM Optimist (Bahn Foxtrott)
vorauss. 12 Uhr: IDJM Bic Techno 293 (Bahn Golf)
vorauss. 12 Uhr: IDJüM Teeny (Bahn Golf und SAP Media Race Course)
vorauss. 12 Uhr: IDJM O’pen Bic (Bahn Golf)
vorauss. 12 Uhr: IDJM 29er (Bahn Hotel)
vorauss. 12 Uhr: IDJM Europe (Bahn Hotel)
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