Kieler Woche 16.06.2017

Kieler Woche ist bereit für die ersten Regatta-Höhepunkte
Die Segler der Kieler Woche stehen in den Startblöcken. Am Freitag reiste bereits das Gros der Teilnehmer an – auch die Segler aus den olympischen und paralympischen Klassen, die erst ab kommenden Mittwoch in ihre Regatten starten werden. Im Olympiahafen Schilksee wurden die Yachten gekrant, die Masten gesetzt, an Land wurden die Rümpfe der Jollen poliert, und auf dem Campingplatz direkt am Hafen wuchsen die Wagen- und Zeltburgen. Einige Akteure gingen trotz stürmischer Böen auch zu einer Trainingsstunde auf das Wasser. Am morgigen Samstag fällt um 9.30 Uhr der erste Startschuss zur Kieler Woche 2017. Neben den seegehenden Yachten wird es auch für die Akteure der Segelbundesliga ernst sowie für die Segler in 16 internationalen Klassen auf den Dreiecksbahnen.

Kieler Woche ist bereit für die ersten Regatta-Höhepunkte

Extrem vielseitig: die Kieler Woche 2017. Da muss man sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Foto: www.segel-bilder.de
Traditionell gebührt der erste Startschuss zur Kieler Woche den seegehenden Yachten. Um 9.30 Uhr wird die erste Gruppe in der Kieler Innenförde vor dem Sportboothafen Düsternbrook zum Welcome Race auf die Reise nach Eckernförde geschickt. Nach den Crews mit hohen sportlichen Ambitionen in den ORC-Klassen folgen die Breitensportler zur Aalregatta, die ebenfalls nach Eckernförde führt. Die Traditionsregatta fand in den vergangenen zehn Jahren an Pfingsten statt und wird nun wieder – wie ehemals – in die Kieler Woche integriert. Damit bekommen die Zuschauer an der Kiellinie in der Innenstadt insgesamt zehn Starts in den Yachtklassen zu sehen, die vom Hafenmeisterhaus im Olympiahafen von 1936 fachkundig moderiert werden. Und die Windvorhersage verspricht einen rasanten Auftakt zur Kieler Woche, denn die 200 Yacht-Crews dürfen mit kräftigen Böen rechnen, wenn sie aus der Kieler Innenförde durch das Nadelöhr in Friedrichsort drängen, um den Kurs in Richtung Norden einzuschlagen.

Unter den Startern zur Aalregatta finden sich viele prominente Namen. So nutzt SH-Staatssekretär Frank Nägele (Kiel) die Gelegenheit, um mit seiner „Kathena X“, dem Ex-Schiff von Buchautor und Weltumsegler Wilfried Erdmann, an den Start zu gehen. Und auch der Vorsitzende des Landesseglerverbandes (SVSH), Jens Brendel (Kiel), wird mit seiner „Ataraxia“ mit dabei sein. Obwohl die Aalregatta sich vorrangig an die Breitensportler unter den Yachtseglern richtet, sind auch einige sportlich ambitionierte Mannschaften im Feld vertreten. So hat Fritz Schaarschmidt, Folkeboot-Segler der deutschen Spitzenklasse, für das Mittelstreckenrennen über rund 35 Seemeilen gemeldet. Der Eckernförder hofft auf viel Wind, um mit seinem – im Vergleich zu den anderen Yachten – kleinen Folkeboot die Strecke möglichst schnell bewältigen zu können. „Wir rechnen nach der Windvorhersage damit, dass wir in etwa sieben Stunden in Eckernförde sein werden“, so Schaarschmidt. Die Folkeboot-Klasse segelt zur Kieler Woche zwar auch auf den Dreiecksbahnen, aber darauf musste Schaarschmidt diesmal verzichten: „Das passte in diesem Jahr nicht mit dem Urlaub zusammen. Aber ganz ohne Kieler Woche geht es nicht, deshalb haben wir zur Aalregatta am Wochenende gemeldet.“ Und mit seiner Crew Martin Lewin und Klaus Blenckner will Schaarschmidt auch das volle Flair der Mittelstrecke von Kiel nach Eckernförde genießen. Obwohl er beim SC Eckernförde einen Liegeplatz im Sportboothafen hat, wird er sich nach dem Zieldurchgang in den proppevollen Stadthafen legen. „Das wird ein tolles Bild, da muss man dabei sein“, so Schaarschmidt. Im Hafen genießen die Regattacrews erst einmal einen Räucheraal, den es in Eckernförde für alle Teilnehmer des Kieler-Woche-Auftakts gibt.

Auch die Crews des Welcome-Races kommen in diesen Genuss. Die Yachten der ORC-Klassen werden indes deutlich früher in Eckernförde erwartet als die Aalregatta-Segler. Ansprüche auf die schnellste Yacht auf dem Kurs dürfte die „Varuna VI“ von Jens Kellinghusen (Hamburg) haben. Kellinghusen ist mit seinem Renner vom Typ Ker56 weltweit auf Regatten unterwegs wie bei Hochseeklassikern wie dem Rolex Fastnet Race. Auch die großen für Ozean-Regatten gebauten Yachten des Hamburger Vereins für Seefahrt, die „Haspa Hamburg“ und die „Broader View Hamburg“, haben für das Welcome Race gemeldet.

Frisch aus Newport/USA zurückgekehrt wird der Kieler Arzt Harald Brüning dabei sein. In der vergangenen Woche lehrte er noch den amerikanischen Profis vor Newport das Fürchten, als er die 163. Annual Regatta des New York Yacht-Club gewann, jetzt ist er mit seiner „Topas“ zwischen Kiel und Eckernförde auf Kurs.

Für die Regatta-Crews ist das Welcome-Race ein Muss, um sich für die weiteren See-Regatten zur Kieler Woche, den Kiel Cup Alpha, das Silberne Band und den Senatspreis, warmzulaufen. „Für uns ist die Kieler Woche in diesem Jahr die optimale Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft in zwei Wochen vor Warnemünde – unser Saisonhöhepunkt“, sagt Kai Haupthoff. Mit seiner „Varuna X-Press“ wird er neben dem Welcome Race auch den Kiel Cup segeln. Der Auftakt ist für den Eckernförder ein echtes Heimspiel: „Klasse, dass die Aalregatta wieder in die Kieler Woche integriert wird und die Regatten zusammenwachsen. Mit 200 Booten von Kiel nach Eckernförde zu segeln, wird eine tolle Sache. Etliche Crews, die sonst Mittwochsregatten bei uns im Club segeln, sind nun wieder bei der Kieler Woche dabei.“

Kurz nach dem Start der Yachten in der Innenförde wird es auch auf der Außenförde ernst. Um 11 Uhr gehen die 18 Teams der Bundesliga vor dem Olympiazentrum auf die Bahn. Und um 13 Uhr schicken die Wettfahrtleiter auf den sieben Bahnen in der Strander Bucht, vor Wendtorf und auf dem Stollergrund ihre Schützlinge auf den Kurs. Auch in der Innenförde wird für weitere optische Genüsse gesorgt. Nachdem die Yachten aus der Förde heraus sind, gehen die Klassiker an den Start – darunter die schlanken Yachten der Meterklassen 12mR und 5.5mR.

Kieler Woche Terminplan:
Kieler Woche, Teil I (17.-20. Juni)
2.4mR (open), 29er (Euro Cup), 505, Albin Express, Contender, Europe, Flying Dutchman, Folkeboot, Formula18, Hobie16, J/24, Laser 4.7, Laser Rad. (open), OK-Jolle

Kieler Woche, Teil II (21./22.-25. Juni)
Para World Sailing Championships (2.4mR, Hansa 303 m, Hansa 303 w), 470 M/W, 49er M, 49erFX (open), Finn M, Laser Rad. W, Laser Std. M, Nacra17 Mix, 21.-25. Juni.
420, J/70, J/80, Melges24 (European Sailing Series), 22.-25. Juni.

Kieler Woche, ORC (17.-24. Juni)
Welcome Race (Kiel – Eckernförde – Kiel) 17.-18. Juni.
Kiel-Cup Alpha, 19.-21. Juni.
Senatspreis, 22. Juni.
Silbernes Band, 23.-24. Juni.

 

Kieler Woche, Klassiker (17.-20. Juni)
Rendezvous der Klassiker, 17. Juni.
5.5mR & 12mR Trophy, 18.-19. Juni.

 

Kieler Woche, Segel-Bundesliga
1. Bundesliga, 17.-19. Juni.

 

Kieler Woche, Aalregatta
Aalregatta (Kiel – Eckernförde – Kiel) 17.-18. Juni.

Informationen zur Kieler Woche 2017 unter www.Kieler-Woche.de