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Fotos Travemünder Woche
Pressemitteilung vom 3. Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (17. Juli
bis 2. August)
21.07.2009
Pressemitteilung vom fünften Tag der 120. Travemünder Woche (17. Juli bis 2.
August 2009)
Von Beust war nicht zu schlagen: Rotspon geht wieder an die Elbe
TRAVEMÜNDE. Hamburgs erster Mann, Ole von Beust, hat am Dienstag (21. Juli)
erneut das Bürgermeisterrennen der Travemünder Woche gewonnen. Im
traditionellen Rotspon Cup, einer Spaßregatta auf der Trave, schlug er
Lübecks Verwaltungschef Bernd Saxe mit 2:1 und nahm eine Sechs-Liter-Flasche
des berühmten Rotweins mit an die Elbe. Vor den Augen von weit mehr als
tausend TW-Besuchern an der Travepromenade kam es im letzten und
entscheidenden Rennen zu einer Kollision, als Saxe der vorfahrtberechtigten
Hamburger Skippi 750 in die Seite fuhr. Der haushohen Überlegenheit des
Gasts Ole von Beust tat dies überhaupt keinen Abbruch.
„Das war wieder ein großes Vergnügen, hier in Travemünde dem herrlichen
Segelsport zu frönen“, schwärmte von Beust, der leicht verspätet aus einer
Senatssitzung anreiste und doch vom Fleck weg startklar war. Mit seiner Crew
Klaas Johanning aus Nordhorn und dem Berliner Hilmar Bach harmonierte der
Steuermann nach wenigen Minuten des Einsegelns. Obwohl vor mehr als 30
Jahren auf der Alster die A-Schein-Prüfung des Deutschen Segler-Verbands
bestanden, wollte er sich selbst nicht als Segler bezeichnen. Die mäßige,
stark böige Südwestbrise flößte dem Vorjahressieger durchaus Respekt ein:
„Das wird diesmal anspruchsvoller, und Saxe ist eine harte Nuss.“ 2008 hatte
er bei leichtem Wind mit 2:1 die Oberhand behalten.
Sein Lübecker Pendant fragte zunächst süffisant, warum er (SPD) eigentlich
eine rote Jacke bekomme, und sein Gegner (CDU) ein dunkle. Doch darüber
hinaus blieb das Politikerduell weitgehend unpolitisch, gespickt nur von
charmant launischen Spitzen des Moderatoren-Duos Maike Jäger und Gert
Girschkowski. Als Bernd Saxe mit seiner „gespaltenen“ Mannschaft Tom Stender
(Lübeck) und Jörg Riemann (Hamburg) den ersten Start trotz günstiger
Ausgangsposition völlig vermasselte, war ihm auch der Spott der fachkundigen
Zuschauer sicher.
Die weiße Skippi hüpfte wie ein Känguru davon und ließ die graue schon nach
wenigen Minuten mehr als 150 Meter achteraus. „Wir hatten anfangs
Materialprobleme“, lenkte der Herausforderer die Aufmerksamkeit von eigenen
Schwächen ab. Im zweiten Durchgang leistete er mehr Gegenwehr, allerdings
lange Zeit ebenso erfolglos. Erst als Ole von Beust in Höhe der Viermastbark
„Passat“ noch einen Ausflug zur belebten Festivalmeile der 120. Travemünder
Woche zu machen schien, segelte Saxe zum überraschenden Ausgleich. „Da war
nichts gestelltes dabei“, versicherte der Unterlegene wie ein Gentleman auf
die Frage, ob er den Platzhirschen nicht zu arg demütigen wollte.
Acht Fernsehkameras und ein Vielfaches an Fotoobjektiven richteten sich zur
finalen, alles entscheidenden Wettfahrt auf die Kontrahenten. Und die boten
tatsächlich einen Matchraceleckerbissen mit Haken und Ösen. Einmal drehte
von Beust sogar einen Strafkringel um 360 Grad, weil er eine kleine
Wegerechtsverletzung begangen hatte. Hauteng dicht an dicht ging es um beide
Wendetonnen herum, „Hamburg“ stets auf der Innenposition von „Lübeck“ hart
bedrängt.
Doch auf der Zielkreuz trauten alle ihren Augen nicht. Mit Wind von backbord
(links) näherte sich der ausweichpflichte Bernd Saxe dem Boot des eindeutig
vorfahrtberechtigten Hamburger Bürgermeisters, der Wind von steuerbord
(rechts) in den Segeln hatte. Nur das Ausweichen blieb aus. Mit voller Fahrt
rammte der Lübecker das gegnerische Sportboot. Die Skippis verkeilten sich
ineinander und drehten sich einmal in Kreis, ehe sie wieder manövrierfähig
waren. Glücklicherweise kam niemand an Bord zu Schaden. Nur die
„nordsail“-Yachtbetreuung, die die Schiffe gestellt hatte, muss nun die
Regulierung regeln.
„Das ging plötzlich alles ganz schnell, wie bei einem Autounfall“,
berichtete von Beust von dem Zusammenstoß, „wir haben einen ordentlichen
Schreck bekommen.“ Keine Reue zeigte Saxe, der glaubte „irgendjemand muss
den Kurs verändert haben“ und zur Aufklärung „auf die Fernsehbilder“
verwies. Immerhin gratulierte der Gastgeber höflich: „Der bessere hat
gewonnen.“ Genau dafür war Ole von Beust zur Revanche angetreten. „Wenn ich
antrete, will ich auch immer gewinnen.“ Und so war der Rotspon Cup der 120.
Travemünder Woche doch politisch.
Auf der Überseebrücke I wurde noch ein wenig geflachst und gefachsimpelt,
bevor die Sparkasse zu Lübeck als Partner des Rotspon Cups den Weinkeller
öffnete. Allen Teilnehmern übergab der Vorstandsvorsitzende Wolfgang
Pötschke zusammen mit Wettfahrtleiter Rolf Erwert als Vorsitzender des
TW-Hauptveranstalters Lübecker Yacht-Club eine „normale“ Flasche aus dem
Hause „von Melle“. Die „Giga-Buddel“ jedoch gebührte den strahlenden
Gewinner: Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust.
Weitere Informationen und Fotos:
Andreas Kling
PR Manager
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