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120. Travemünder Woche vom 17. Juli bis 2. August 2009
14. Juli 2009
120. Travemünder Woche der Rekorde
Der Countdown läuft: Drei Tage vor Beginn der schönsten Segelregatta der
Welt haben 1.375 Crews aus 20 Nationen ihre Meldung abgegeben und sorgen zur
120. Travemünder Woche für einen neuen Teilnehmerrekord. Durch eine
einmalige Verlängerung zum Jubiläum auf 17 Tage dauert die TW vom 17. Juli
bis zum 2. August und ist im zweiten Teil Gastgeber der Internationalen
Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften 2009 (IDJ+JüM) in allen acht
anerkannten Bootsklassen. Das 80.000 Quadratmeter große Festivalgelände an
der Travemündung erwartet weit mehr als eine Million Besucher und dürfte
auch an Land für eine neue Bestmarke sorgen.
"Die fünfte Jahreszeit dauert diesmal eine Woche länger", sagt der 2.
LYC-Vorsitzende Andreas Stülcken, "das ist zwar ein Kraftakt für alle Helfer
und die Organisation, aber ein besonders schöner." "Die Integration der
Jugend- und Jüngstenmeisterschaft in die Travemünder Woche als unsere größte
und beliebteste Veranstaltung im Jahr wird neben einigen anderen
Titelkämpfen im ersten Teil das sportliche Highlight", ergänzt Claus-Dieter
Stolze, der sich mit ihm die Geschäftsführung der gemeinnützigen TW GmbH
teilt. Die IDJ+JüM werte die TW genauso auf wie umgekehrt auch. Während der
TW werde fast 900 jugendlichen Seglerinnen und Seglern, ihren mehr als
hundert zu erwartenden Trainern und Betreuern sowie 1500 bis 2000
Begleitpersonen ein Rahmenprogramm geboten, das ohne das Dach der
bestehenden Großveranstaltung nicht zu finanzieren gewesen wäre.
Zum Meldeschluss hatten sich allein 160 Anwärter in der Laser Radial-Klasse
registriert, für die eigentlich nur 140 Startplätze vorgesehen waren.
Stolze: "Mit Rückendeckung des Regelwerks haben wir die Ausschreibung
geändert und 20 mehr zugelassen. Es soll ja niemand unverrichteter Dinge
nach Hause geschickt werden." Und auch der Run in der kleinsten Bootsklasse
überhaupt, den Optimisten, war mit 238 enorm. Die Einstiegsklasse Nummer
eins dient auch als bester Beweis, dass es eine internationalen Jugend- und
Jüngstenmeisterschaft ist. Neben den vielen Einheimischen hatten Mädchen und
Jungen aus neun weiteren Nationen gemeldet, darunter aus Belgien (3),
Dänemark (10), Großbritannien (2), Irland (1), Japan (4) sowie Polen, der
Schweiz und Schweden (je 2).
"Der Veranstaltungsmittelpunkt an Land wird der Brügmanngarten mit einem auf
die Jugend zugeschnittenen Musikprogramm auf der Festivalbühne sowie dem
Fortbestand des CITTI-Parks mit seinem Spiel-, Spaß- und Kletterangebot",
erläutert Stülcken. Aber auch das Seglervillage an der Travepromenade sowie
die Holsten Beach Area am Strand neben der Nordermole mit bewährten und
neuen Clubs öffnen 17 Tage lang ihre Pforten - so wie das gesamte
Veranstaltungsgelände, auf dem Kleinkunst und Kunsthandwerk, Kulinarisches
und Kühles locken.
Die "Deutsche" des Nachwuchses wird in insgesamt acht Bootsklassen
ausgetragen. Internationaler Jüngstenmeister kann werden, wer in 2009 noch
nicht 16 Jahre alt wird, das heißt Jahrgang 1994 oder jünger ist, und zwar
in den Klassen Optimist und Teeny. Mit 238 gemeldeten Teilnehmern bilden die
Optis bei weitem die stärkste Klasse. Zusätzlich gibt es für die Jüngsten
eine U14-Wertung für die (in 2009) 13-Jährigen und jünger, die aber in den
gleichen Feldern mit gestartet werden.
Der Abschluss der ersten TW-Hälfte mit einen Höhenfeuerwerk am Sonntag, dem
26. Juli, wird zugleich die Eröffnungsfeier der IDJ+JüM. Und auch zum
Abschied der Seglerjugend wird der Nachthimmel über Travemünde am 2. August
noch einmal farbenfroh "entzündet". Wer an den anderen Tagen die Travemünder
Woche besucht, muss nicht auf Lichteffekte verzichten. Denn jeweils von
Montag bis Sonnabend wird die Viermastbark "Passat" als Wahrzeichen des Orts
im Mittelpunkt einer Laser- und Pyroperformance stehen, die gegen 22.45 Uhr
die Besucher in ihren Bann nimmt.
An der Jugendmeisterschaft kann teilnehmen, wer nächstes Jahr noch keine 20
Jahre alt wird, also Jahrgang 1990 und jünger ist. Sie wird in den Klassen
29er (Zweimann-Gleitjolle), Piraten und 420er (Zweimann-Jollen), Europe und
Laser Radial (Einhand-Jollen) sowie auf dem Surfbrett BIC 293 OneDesign
ausgeschrieben. Hier gibt es zusätzlich eine U17-Wertung für die Jahrgänge
1993 und jünger.
"Für die IDJM und IDJüM haben wir fünf Regattabahnen auf der Lübecker Bucht
und drei Regattastationen an Land vorgesehen", so Claus-Dieter Stolze. Neben
der traditionellen TW-Zentrale in der historischen Regattastation in der
Nähe der Tornado-Wiese, wo die Piraten und 140 Laser Radial liegen werden,
soll es eine weitere Regattaleitung zwischen Grünstrand und Mövenstein
geben, wo die meisten Teilnehmer ihre Liegeplätze bekommen. Und die
Optimisten gehen - ebenfalls mit eigener Leitstelle - auf die Priwallseite
an den Mecklenburger Strand.
Nach dem großen Erfolg im Vorjahr, als 56 Hochseeyachten gleich am ersten
Tag zum zweiwöchigen internationalen Baltic Sprint Cup auf die Ostsee
starteten, kommt es diesmal am TW-Ende zum Zieleinlauf der finalen Etappe
der fünften Regattaauflage, womit es noch ein kleines Jubiläum zu feiern
gibt. Die Teilnehmer kommen dann aus dem polnischen Swinoujscie und werden
nach 155 Seemeilen am Freitag, dem 31. Juli, auf der Linie an der
Travemündung erwartet, wo die Zaungäste den Ausgang hautnah miterleben
können.
Während das Gros der Jugendmeisterschaftsteilnehmer den mittleren Teil der
Travemünder Woche bereits als Vorbereitungsregatta nutzen dürfte, sind
jedoch noch weitere Highlights geplant. So findet die Internationale
Deutsche Meisterschaft der 505er mit 52 Teilnehmern zu Beginn der TW statt,
genau wie die PreWorlds der Contender, die Travemünde als Generalprobe für
ihre WM in Sonderburg/Dänemark ausgewählt haben und 54 Meldungen
verzeichnen. Ein starkes Feld verspricht die manroland J/24 German Open.
Last but not least bleiben viele Bootsklassen im Programm, die zur TW schon
immer stark vertreten waren, unter anderem die Folkeboote und die Tornados.
In der bis 2008 olympischen Katamaran-Klasse hat der mehrfache Welt- und
Europameister Roland Gäbler, der mit seiner Frau Nahid in deren Heimatland
Dänemark wohnt, nach langer Verletzungspause sein Comeback angekündigt. Sie
wird auch seine Vorschoterin sein. "Ich muss mich ja langsam wieder an meine
Lieblingsbootsklasse gewöhnen", sagt Gäbler, "schließlich entscheidet das
Internationale Olympische Komitee IOC ja im August, ob es 2012 doch wieder
eine elfte Segeldisziplin gibt." Und das würde, so beschloss bereits der
Weltsegelverband ISAF, wieder der Tornado, in dem Gäbler 2000 mit dem Kieler
René Schwall in Sydney die Bronzemedaille gewann.
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