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Salingseinstellung

Skizze 1: In der Position 1 (kleine blaue 1) sind die Wanten im Salingsendbeschlag, in der Position 2 sind sie ohne die Salinge gesetzt. Da die Wanten durch die Salinge umgelenkt werden, waere es gut, wenn man den Mast verkeilen koennte und die Wanten (durch die Lochbleche) etwas verkuerzen. Sonst aendert sich der Mastfall etwas und verfaelscht die Masse "c" und "d". Um das Mass "c" wird das Want in der Front- oder Heckansicht nach aussen umgelenkt, sodass sich der Winkel vergroessert, mit dem das Want oben auf dem Mast trifft. Das ist der eigentliche und urspruengliche Funktion der Salinge: Durch den groesseren Winkel ergibt das mehr Stabilitaet und weniger Stauchdruck auf den Mast. Dieses Mass wird hauptsaechlich durch die Salingslaenge "a" bestimmt und angegeben (da man "c" und "d" nur sehr schwer und sehr fehlertraechtig und auch nur mit Aufwand (Ausbau der Wanten aus den Endbeschlaegen) messen kann). Die Salingslaenge bestimmt damit hauptsaechlich die seitliche Stabilitaet und Biegung des Mastes. Eine schwerere Crew wird daher tendenziell etwas laengere Salinge fahren. Eine leichtere dagegen eher kuerzere, wodurch der Mast in Salingshoehe ein Tuck besser nach Luv biegen kann und der Masttopp in Boeen nach Lee wegfedern kann, wodurch er das Grossegel oeffnet und man Druck loswird.....

Um das Mass "d" dagegen wird das Want nach hinten umgelenkt. Das ist in der Skizze 2 angedeutet: rechts die Gesamt-Seitenansicht. Der Mast steht in der Normalposition leicht nach achtern geneigt (dunkelgraue Position). Die Salinge haben eine Pfeilung nach achtern, sodass in der Seitenansicht die Erstreckung "b" zu erkennen ist. Links in der Skizze ist der Bereich der Saling herausgezoomt. Die schwarz-punktierte Linie bezeichnet ein Want, das neutral eingebaut ist. Da es nicht umgelenkt wird, entsteht auch keine Kraft, wenn man Spannung auf's Rigg bringt. Das Want in der blauen Position wird leicht nach hinten umgelenkt (naemlich um das Mass "d" in Skizze 1). Wird nun Spannung auf das Rigg gegeben, will sich das Want strecken und uebt ueber die Salinge Druck Richtung Mast aus. Da beide Salinge (hoffentlich) symmetrisch am Mast angreifen, heben sich die Querkraefte auf, waehrend sich die Laengskraefte von linker und rechter Saling addieren. Es entsteht die nach vorn gerichtete, rote Kraft - der Mast biegt nach hinten - das Grossegel wird flacher. Wird der Salingswinkel vergroessert, wird das Want staerker nach hinten umgelenkt (Mass "d" wird groesser), was in Skizze 2 mit dem lilafarbenen Want angedeutet ist. Dann wird die rote Kraft groesser - der Mast biegt staerker.

Diese Situation entsteht automatisch bei "rake", wenn ich aufgrund staerkeren Windes mehr Mastfall spendiere (Skizze 2 rechts, hellgraue Position). Positiver Nebeneffekt ist dabei, dass ohne Vergroesserung der Salingspfeilung das Want staerker nach hinten umgelenkt wird, damit mehr Druck ueber die Saling ausuebt und den Mast staerker biegt - bei Wind eine sehr erwuenschte Sache.

Als Richtwerte werden bei Javelin's folgende Werte empfohlen: a=435mm bei Standard-Puettings und a=480mm bei nach aussen auf die Scheuerleiste gesetzten Puettings, sowie b=160-165mm (Segellatte o.ae. ueber die Salinge legen und nach hinten an die Wanten druecken, Abstand senkrecht auf die Keep messen). Das sind deshalb nur Richtwerte, weil die Salingshoehen (Hoehe der Salinge ueber dem Deck) von Boot zu Boot variieren. Ich wuerde die Pfeilung so einstellen, dass der Mast in der Normalposition leicht biegt, wenn man volle Spannung gibt. Bei ganz wenig Wind faehrt man eh' nicht volle Spannung. Bei Leicht-Mittelwind drueckt man den Mast mit dem Mastkontroller zurueck. Das sind unsere Erfahrungen einer relativ leichten Crew und einem Boot ohne Wantenverstellung. Ein schwerere Crew wird die Salinge eher in Richtung "neutral" bei aufrechtem Mast fahren. Auch bei einer eingebauten Wantenverstellung kann man etwas weniger stark gepfeilte Salinge fahren, da man ja sehr schnell 'raken' kann, sollte sich Wind durchsetzen.

Ein wichtiger Punkt bezieht sich auf die Stabilitaet der Salinge. Ein Mast hat zwei neuralgische Punkte - sollten sie versagen ist er mit ziemlicher Sicherheit hin oder zumindest stark verbogen, und das sind der Mastfuss und die Salinge. Die Kraefte in diesem Bereich sind enorm, jedoch gut von den Bauteilen Mastfuss und Salingsbeschlag aufnehmbar, w e n n s i e s t r a m m u n d o h n e S p i e l eingebaut sind. Andernfalls droht Stabilitaetsverlust, und das hat dann gleich obige Folgen...... Bei Salingen habe ich mehrfach Masten versagen sehen, weil sie durchschlugen und der Mast nach vorn wegbog - also unbedingt die Salinge festsetzen !!! Salingsverstellungen, die nur mit einer Schraube nach vorn den Druck absetzen, jedoch in die andere Richtung klappen koennen, sind toedlich. Des weiteren muessen Want im Salingsendbeschlag und Saligsendbeschlag in der Salingsnock gesichert werden!! Wir haben mal einen Mast um's Boot gewickelt, weil der fruehere Proctor-Kunstoff-Endbeschag aus der Nock springen konnte....... (ein klitze-kleines Schraeubchen haette das verhindert).

von Jens Schlittenhard

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