Traumtörn von Fehmarn bis in den Götakanal

Traumtörn Fehmarn – Mariestad

Unsere Crew zählte fünf Köpfe, und wir hatten z.T. gerade unser Sporthochseeschifferzeugnis erhalten. Und so nahmen wir uns vor, einen großen Törn in der Ostsee zu fahren – hinauf nach Gotland und nach Stockholm – und in den Götakanal hinein. Dabei wollten wir nicht nur unsere Seemannschaft und Navigationskünste unter Beweis stellen sondern auch noch ein bißchen Land und Leute kennen lernen, und ein wenig Urlaub und Erholung sollten auch sein.
Wir charterten von einem Freund eine solide Ketsch von 12m Länge mit Radsteuerung und 50 PS-Diesel, die wir in Mariestad, mitten in Südschweden dem Eigner übergeben sollten, der dann durch den westlichen Götakanal und den Öresund nach Deutschland zurücksegeln wollte.
So starten wir Anfang August bei strahlendem Sommerwetter von Burgtiefe auf Fehmarn aus in der Gewißheit einen unserer schönsten Törns vor uns zu haben.

Übersicht östl. Ostsee
Übersicht östl. Ostsee

 

Wir setzen zunächst Kurs auf Gedser Rev ab und segeln bis zum Abend bei NO-Wind noch hinauf zu den Kreidefelsen von Mön. Hier stellen wir bei Sonnenuntergang erst einmal eine aktuelle Deviationstabelle auf, damit wir auch ja nicht Bornholm verpassen.
Auf einer Nachtfahrt an Kap Arkona auf Rügen vorbei machen wir gute Fahrt über Grund und werden am nächsten Morgen nach abgeflautem Wind von einer spiegelglatten See überrascht.
So legen wir nur zu gern eine Badepause ein, bevor es unter Motor weitergeht, wobei wir durch ausgedehnte gelbgrün schimmernde Algenfelder fahren – wohl eine Folge der hohen Sonneneinstrahlung und Wassertemeratur von 21 Grad.

Unsere Crew zählte fünf Köpfe, und wir hatten z.T. gerade unser Sporthochseeschifferzeugnis erhalten. Und so nahmen wir uns vor, einen großen Törn in der Ostsee zu fahren – hinauf nach Gotland und nach Stockholm – und in den Götakanal hinein. Dabei wollten wir nicht nur unsere Seemannschaft und Navigationskünste unter Beweis stellen sondern auch noch ein bißchen Land und Leute kennen lernen, und ein wenig Urlaub und Erholung sollten auch sein.
Wir charterten von einem Freund eine solide Ketsch von 12m Länge mit Radsteuerung und 50 PS-Diesel, die wir in Mariestad, mitten in Südschweden dem Eigner übergeben sollten, der dann durch den westlichen Götakanal und den Öresund nach Deutschland zurücksegeln wollte.
So starten wir Anfang August bei strahlendem Sommerwetter von Burgtiefe auf Fehmarn aus in der Gewißheit einen unserer schönsten Törns vor uns zu haben.

Wir setzen zunächst Kurs auf Gedser Rev ab und segeln bis zum Abend bei NO-Wind noch hinauf zu den Kreidefelsen von Mön. Hier stellen wir bei Sonnenuntergang erst einmal eine aktuelle Deviationstabelle auf, damit wir auch ja nicht Bornholm verpassen.
Auf einer Nachtfahrt an Kap Arkona auf Rügen vorbei machen wir gute Fahrt über Grund und werden am nächsten Morgen nach abgeflautem Wind von einer spiegelglatten See überrascht.
So legen wir nur zu gern eine Badepause ein, bevor es unter Motor weitergeht, wobei wir durch ausgedehnte gelbgrün schimmernde Algenfelder fahren – wohl eine Folge der hohen Sonneneinstrahlung und Wassertemeratur von 21 Grad.

Bei Kitklippan haben wir die schwedische Küste in Sicht, und inzwischen ist der Wind wieder einmal so stark abgeflaut, daß wir motoren müssen. Als wir an der nicht enden wollenden Ostküste von Öland den Kreuzungspunkt des 56.Breitengrades mit dem 16.Längengrad überfahren, ist das für uns ein triftiger Grund, einen kräftigen Schluck aus der Sherryflasche zu nehmen.
Wir beobachten die Küste und andere Schiffe, lassen uns von der Sonne bräunen und merken dabei nicht, daß ein entgegenkommendes Containerschiff einen ziemlichen Schwell verursacht – es war zu spät für vernünftige Reaktionen, und so waren wir aufeinmal alle pudelnaß – einschließlich Keksdose.

Gotland

Am nächsten Tag lösen wir uns endlich von der Nordspitze Ölands und nehmen bei auffrischendem SO-Wind Kurs auf Gotland, das wir alle noch nicht kennen. Im schon rötlichen Licht der Abendsonne fahren wir an den Karlsöinseln vorbei und dann taucht auch die Steilküste von Gotland vor uns auf, und wir legen doch lieber zunächst in Klintehamn an, weil die Hafeneinfahrt von Visby bei diesem Wind für uns problematisch werden könnte.

Als wir aufwachen, weht uns ein steifer SO-Wind um die Nase, sodaß wir unsere zwei Damen mit dem Bus nach Visby vorrausschicken, die Sturmfock, unser „Handtuch mit Stagreitern“ setzen und dann mit raumem Wind und 6 Knoten Fahrt an der einsamen Steilküste entlang Richtung Högklint – dem weithin sichtbaren Huk vor Visby – segeln.
Beim Anblick von Visby vor uns müssen wir unwillkürlich an die alten Seeleute der Hansezeit denken, die sich wohl auch wie wir auf den Landgang gefreut haben.

In Visby bummeln wir zunächst durch die berühmte Rosengasse, besuchen dann einige der alten Kirchen aus dem 13.Jahrhundert und statten selbstverständlich der imposanten, auf langer Strecke noch zusammenhängenden Stadtmauer einen Besuch ab. Am Nachmittag fahren wir mit Fahrrädern durch lichte Kiefernwälder nach Süden zur Villa Kunterbunt, dem Schauplatz der Pippi-Langstrumpf-Geschichten, und genießen am Toftastrand einen entspannten Blick auf die weit vor uns ausgestreckte Ostsee, die uns hier schon die Ferne von der Heimat spüren läßt.
Auf der Nachtfahrt von Visby nach Färösund müssen wir bei einem frischen Nordwind jede Welle einzeln abreiten und kommen am nächsten Morgen ziemlich durchnäßt dort an. In Slite übernehmen wir noch ein Crewmitglied, das mit der Fähre von Travemünde nachgekommen ist und genießen dann bei der Fahrt durch den Färösund den eigenartigen Reiz dieser heilen Natur. Wir fahren auch zu den „Raukas“, bizarr geformten Kalksteinklippen am Strand von Langhammershammeren und wagen uns für die Filmaufnahmen und Fotos mit der Lotstange bis auf 20m an den Strand heran.

Bevor wir nach Norden Richtung Stockholm aufbrechen, erleben wir noch einen phantastischen Sonnenuntergang, den wir in allen Phasen mit seinem auf der Kompaßkugel blitzenden Licht in Film und Foto festhalten. Die Nachtfahrt genau nach Norden wird zum Schönsten, was ich auf See erlebt habe. Der Skipper sagte zu mir nur:“Halte den Polarstern immer zwischen dem Mast und dem Backbordwant“. Und so fuhr ich durch eine sternenklare schwedische Nacht dem Polarstern entgegen – es bleibt unvergeßlich.

Stockholm

Am nächsten Morgen segeln wir bei 5 Windstärken aus SW vor dem Wind am Leuchtturm von Almagrundet vorbei Richtung Sandham. Nachdem wir den Leuchtturm von Svängen passiert haben und schon die Häuser von Sandham deutlich erkennen können, sehen wir endlich die nur 30m schmale Durchfahrt zu den wunderschönen
Schärengärten vor Stockholm.
Wir sind hier in einem riesigen Naturpark, in dem die Kompositionen aus Felsen,Wasser,Kiefern und Himmel ständig wechseln – eine einmalige Synphonie der Schöpfung. Wir fahren den ganzen Tag durch diese Schärengärten vor Stockholm mit ihren Inselchen,Felsklippen, roten Holzhäuschen,windgezausten Kiefern und eleganten Schärenkreuzern in den stillen Buchten, bis wir am Abend Stockholm erreicht haben und in der Nähe der Wasawerft festmachen.

Stockholm – das Venedig des Nordens – sollte auf einem solchen Törn einen Tag wert sein.(siehe Fahrten-Städte)
Wir besichtigen natürlich zuerst die Wasa, das beim Stapellauf gesunkene Flaggschiff des schwedischen Königs, das erst Anfang der 60er gehoben wurde und in einer eigens errichteten Betonhalle ständig berieselt wird.
Auf unserem Einkaufsbummel durch die Stadt steigen wir natürlich auch auf den Turm des exponiert im Zentrum gelegenen Stadthauses und sehen vor dem Eingang des Konzerthauses mit seinem schönen Orpheusbrunnen im Geiste die Koryphähen dieser Welt bei der Nobelpreis-Verleihung vor Augen. Am Nachmittag bleibt uns noch Zeit, Skansen, den Freizeitpark Stockholms zu besuchen; doch ist er nicht mit dem Tivoli in Kopenhagen zu vergleichen.

Nachdem wir die Schleuse zum Mälarsee, die erste von noch vielen Schleusen, passiert haben, durchfahren wir den Södertälje-Kanal und kommen dann wieder auf Ostseeniveau. Wir haben auch wieder Wind, und so können wir an diesem Tag durch die Schären bis Trosa segeln.
Das idyllische Trosa, das man nicht versäumen sollte, liegt versteckt hinter der Küstenlinie am gleichnamigen kleinen Flüßchen. Die bunten Schwedenhäuser sind am Ufer wie an einer Perlenschnur aufgereiht; jeder Einwohner scheint hier ein Boot zu besitzen.
Bei unserer Fahrt zum Götakanal taucht plötzlich die Kulisse des Hüttenwerkes von Oxelösund auf. Hier werden schwedische Erze mit polnischem Koks zu hochwertigem Schwedenstahl verarbeitet und in alle Welt – auch nach Deutschland – exportiert.
In diesem Schärengürtel vor dem Festland müssen wir uns exakt an die Leitfeuer und Stangen halten, denn es wimmelt hier von Unterwasserklippen aus solidem schwedischen Granit, die den Törn schnell beenden könnten. Doch dann haben wir Mem, d.h. den Eingang zum Götakanal vor uns, und wir beginnen nun den letzten Abschnitt dieses einmalig schönen Törns.

Schnell lernen wir die Bedienung der Schleusen, die teilweise noch von Hand geöffnet werden. Mit den max. zulässigen 4,9 Knoten Fahrt erleben wir die sommerliche schwedische Landschaft mit wogenden Kornfeldern, hübschen Häusern am Ufer und auch ausgedehnten Waldabschnitten. Wir erreichen schließlich den Roxensee mit der berühmten Schleusentreppe von Berg, die mit 6 hintereinandergeschalteten Schleusen einen Höhenunterschied von 25m überwindet.
58000 Soldaten haben hier vor fast 200 Jahren in reiner Handarbeit einen Wasserweg geschaffen, der für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region maßgebend wurde.
Auf dem Vätternsee angekommen, machen wir eine kurze Rast in Vadstena um uns das von König Gustav Wasa im 16.Jahrhundert erbaute Renaissanceschloß Vadstena und die Klosterkirche der heiligen Brigitta anzusehen. Westlich des Vätternsees durchqueren wir anschließend auf dem Weg zum Vänernsee eine wildromantische Gegend mit dem Vikensee, und die Felsplatten und Wollgrasbüschel reichen bis dicht an unsere Fahrrinne heran.
Schließlich haben wir unser Ziel, den Vänernsee, erreicht und treffen in Mariestad wie vorgesehen den Schiffseigner, dem wir nur in wenigen Stichworten erzählen können, was wir alles auf diesem schönen Törn erlebt haben.
Es war eine Traumreise unter Segeln, für die drei Grundvorraussetzungen maßgeblich waren:
ein gutes Schiff, eine gute Crew und gutes Wetter.
I.K.

 

8mm-Farbtonfilm des Törns von 1975: