Hafenstadt Rio de Janeiro

Rio – das ist Zuckerhut und Samba – ein Traum von Exotik und Schönheit.

Wenn man kein Weltumsegler oder Teilnehmer an einer Kreuzfahrt mit dem Traumschiff ist, erreicht man Rio de Janeiro im Flugzeug. Auch wir haben Rio mit einer kleinen geführten Reisegruppe erlebt, was Risiken – gleich welcher Art – minimiert. Rio ist eine große Stadtlandschaft, die durch viele Küstenabschnitte, Buchten, Stadtviertel und dazwischenliegende Berge gekennzeichnet ist.
Hier allein mit dem Auto zu fahren erfordert schon Erfahrung und gutes Kartenmaterial. Wir stellen hier die Stadt vor, wie man sie in zwei Tagen erleben kann, wobei noch Zeit für Einkäufe und ein saftiges Steak in einer der vielen Churrascarias bleibt. Natürlich sollte man einen Riobesuch mit dem Ausblick vom Corcovado aus beginnen – dem 710m hohen zentralen Berg mit der Christusstatue, die segnend ihre Arme über die Stadt ausbreitet. Von hier aus sieht man von der Aussichtsplattform geradeaus den Zuckerhut und davor den Stadtteil Botafogo, rechts liegen die Strandabschnitte von Copacabana und dem etwas feineren Ipamena, links die eigentliche Downtown mit Banken und Geschäften. Man sieht von hier aus auch den gegenüber der Guanabara-Bucht liegenden Stadtteil Niteroi und das Fußballstadion Macarana.
Da die verschiedenen Stadtteile durch Tunnel miteinander verbunden sind, ist der Corcovado in der Ferne immer ein nützlicher Orientierungspunkt, wenn man aus einem solchen Tunnel herauskommt.Wenn möglich besucht man den Zuckerhut am Morgen und vor Sonnenuntergang. Mit der Seilbahn geht es über eine Zwischenstation hinauf zum Gipfel, von dem man nach allen Seiten einen phantastischen Überblick hat. Natürlich hält man von hier aus auch Ausschau nach dem berühmtesten Strand der Welt – der Copacabana. Zwei Meilen feinster Sandstrand, Sonne, warmer Ozean und hübsche Mädchen – das sind die Attribute dieses Küstenabschnittes. Hinter der Strandstrasse herrscht geschäftiges Treiben im gleichnamigen Stadtteil.Über die weite Bucht geht der Blick zum Stadtviertel Niteroi und zur Festung, die früher den Zugang vom Meer gut überwachen konnte. Von der Zwischenstation aus ist man der Bucht von Botafogo schon wieder ein wenig näher.Am menschenleeren Strand werden in der Frühe die edlen Hunde der Reichen ausgeführt. Vom Ende der Copacabana hat man einen schönen Blick über den gesamten Strand bis zum Zuckerhut. Das geschwungene Pflaster der Gehwege an der Copacabana wurde von Oskar Niemeyer entworfen und soll den steten Wechsel von Licht und Schatten – auch gesellschaftlich – symbolisiern.Bei einer größeren Stadtrundfahrt bis hinüber nach Niteroi kommt man auf der sehr modern angelegten Praia do Flamengo an einem Denkmal vorbei, das die Stelle der Einfahrt der Entdecker in die Bucht bezeichnet. Gegenüber dieser Einfahrt kann man den einstigen Blick der Kanoniere auf den Zuckerhut nachempfinden und bei einer Verschnaufpause darüber nachdenken, daß man sich an einem der schönsten Flecken dieser Erde befindet.Man zeigt uns selbstverständlich auch das weltberühmte Sambadrom, deren Zuschauerlogen außerhalb der Karnevalszeit als Klassenräume genutzt werden. Von der Copacabana fährt man weiter nach Südwesten – an einigen der vielen Favelas vorbei – zum Stadtteil Conrado, wo sich die Drachenflieger vom hohen Gaeva hinunter zum Strand gleiten lassen und viele internationale Kongresse stattfinden.Unser Reiseleiter besorgte uns noch Karten für das größte Fußballstadion der Erde – das Maracana-Stadion, in dem ein harmloses Bezirksligaspiel stattfand – vor nur! 80.000 Zuschauern – bei einem Fassungsvermögen von 150.000…
Man erhält auch Karten für eine der vielen Sambashows – am besten in Kombination mit einem Steakessen in einer Churrascaria. In einer perfekt durchgestylten Revueshow zeigen die rassigen Sambatänzerinnen, was man im Karneval so alles live erleben kann. Von Volkstrachten über Lateinamerikanisches bis zur nochmaligen Vorführung einst preisgekrönter Kostüme von bildschönen Mädchen ist alles dabei, was man sich von brasilianischem Temperament verspricht.

Wenn es irgenwie zu machen ist, sollte man vor Sonnenuntergang – auch ohne „Gruppe“ – hinauf zum Zuckerhut fahren, um von hier aus den Sonnenuntergang und Rio bei Nacht zu erleben – es wird unvergeßlich sein. Nach Sonnenuntergang leuchtet in der Ferne die angestrahlte Christusfigur auf dem Corcovado, unter sich hat man die Lichter der Stadt mit der Uferstrasse von Botafogo. Halb links endlich sieht man die strahlende Copacabana wie einen diamantenbesetzten Armreif. Man ist in diesen Minuten natürlich nicht allein. Viele Menschen wollen diese Erinnerung mit nachhause nehmen – zu zweit konnten wir uns aber sicher fühlen.

Gleich, auf welche Weise Sie nach Rio kommen werden: diese schönste Stadt der Welt deckt mit ihrem Mantel aus Strand, Meer, blauem Himmel und fröhlichen Menschen manches zu, was kritikwürdig wäre. Auch wenn man schon viel von der Welt gesehen hat, ein Besuch von Rio ist ein kaum zu überbietender Höhepunkt. I.K.