Hafenstadt Istanbul

Istanbul ist eine der bedeutendsten Hafenstädte der Erde,

bildet sie doch die Nahtstelle von Europa nach Asien.
Hier am Bosperus kann nicht nur der Schiffsverkehr vom Schwarzen zum Mittelmeer kontroliert werden. Konstantinopel war auch die Metropole des oströmischen und Byzanz die des byzantinischen Reiches. Deshalb ist Istanbul heute auch ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch.

Wie überall ist auch in Istanbul das Hilton eine der noblen Absteigen für Weltenbummler und Geschäftsleute – mit Hubschrauberlandeplatz und dem bekannten internationalen Flair. Von der Terrasse geniesst man einen tollen Blick über den Bosperus hinüber bis zum asiatischen Ufer.

Das Pera Palas unweit des Galataturmes gehört zu den Luxushotels türkischer Kategorie. Hier nächtigten einst die Fahrgäste des Orientexpress, die Agatha Christi in ihren Krimis lebendig werden ließ. Hier wird einem auch das Zimmer gezeigt, in dem Atatürk gewohnt hatte – und in den orientalisch ausgestatteten großen Sälen des Hotels finden auch noch heute Hochzeiten der Istanbuler Gesellschaft – u.a. mit Bauchtanz auf den Tischen statt.

Vom Galataturm aus hat man einen ersten Überblick über den Stadtteil Galata und das Goldene Horn bis hinüber zur Hagia Sophia, dem Wahrzeichen Istanbuls.

Die Hagia Sophia ist der älteste und größte Kirchenbau des Abendlandes. Hier erbaute Kaiser Konstantin bereits 325 n.Chr. eine Kirche zu Ehren der „Heiligen Weisheit“. Kaiser Justinian ließ dann 537 die heutige Kirche erbauen, die er mit dem Ruf einweihte:“Salomo, ich habe dich übertroffen“. 916 Jahre diente sie als Kirche und 482 Jahre als Moschee – 1935 erklärte sie Atatürk zum Museum. Man muss dort gestanden haben um die historische Größe und Bedeutung dieses Bauwerkes zu begreifen.

Gleich hinter der Hagia Sophia erhebt sich die schönste Moschee Istanbuls – die Blaue mit ihren sechs Minaretten.
Das Innere dieser 1616 geweihten Moschee ist von beeindruckender Schönheit. In der Parkanlage zwischen Hagia und Blauer kann man einwenig verweilen, um die Schönheit dieses über dem Goldenen Horn thronenden Ensembles zu geniessen.

Die 1853 erbaute Dolmabace-Moschee am Ufer des Bospwerus neben dem Dolmabace-Palast ist ein Beispiel moderner Architektur, bei der europäische und orientalische Elemente miteinander verschmelzen.

An der Spitze des Goldenen Horns – in der Achse Blaue Moschee – Hagia Sophia – Topkapipalast – liegt der Topkapi-Serail, die Residenz und Palastanlage der osmanischen Sultane. In den Parkanlagen kann man entspannt vom Trubel der Stadt spazieren gehen und die einzelnen Gebäudekomplexe, wie Botschaften, Harem, Küche und Museen besichtigen. Blau – die Farbe der angenehmen Kühle – dominiert in den Räumen des Harems.

In der Schatzkammer kann man den ungeheueren Reichtum der Sultane bestaunen: Elfenbeinthrone, Porzellan, Waffen, Schmuck mit großen Edelsteinen u.v.a.m.

Hier standen einst die Haremsdamen und genossen auch den wunderschönen Blick über das Goldene Horn, das seinen Namen in mehrfacher Hinsicht verdient. Natürlich darf nicht gerade eine Reisegruppe „einfallen“.

Bei einem Bummel durch die Strassen der Altstadt, in der die Wäsche noch an der Leine über der Strasse hängt, sollte man nicht an der Yerebatan-Zisterne vorbeilaufen. Kaiser Justinian hat sie 530 angelegt zur Waserversorgung der Stadtbewohner in Kriegszeiten, wenn die Aquädukte gesperrt waren.

Natürlich darf der Besuch des gedeckten Bazars mit seinen vielen Gold- und Schmuckläden nicht fehlen. Hier fühlt man sich noch wie im Orient und der Goldschmuck wird nach Gewicht zum aktuellen Tageskurs verkauft

1853 zog Sultan AbdülhamitII. vom Topkapi-Serail hierher ans Ufer um. 1877 wurde hier das erste türkische Parlament eröffnet. Hier finden bis heute die großen Staatsempfänge statt. Stramme Soldaten mit ihren weißen Helmen halten demzufolge immer Wacht.

6,7km lang ist die Landmauer vom Marmarameer zum Goldenen Horn. Hier ist in den vielen Kämpfen um die Stadt in den vergangenen Jahrhunderten viel Blut geflossen.
Bei einer Schiffsfahrt auf dem Bosperus – ab Galatabrücke oder im eigenen Boot ? – kann man am Ufer noch einige letzte Häuser im alten Baustil sehen und an die alten Zeiten denken.

Doch dann holt einen der Blick auf die nahende Hängebrücke über den Bosperus in die Gegenwart zurück. 1973 wurde diese Straßenverbindung zum asiatischen Teil Istanbuls eröffnet. Mit 1560m Länge gehört sie zu den ganz großen Brücken der Erde.

Der Abschied von Istanbul fällt nicht leicht, zumal man noch viel zu wenig gesehen hat. Die neue Galatabrücke – hier noch im Bau – sorgt für schnellere Verbindungen zwischen der Alt- und Neustadt an dieser belebtesten Stelle der Stadt.
Für die Mittelmeer-Kreuzfahrtschiffe ist natürlich Istanbul ein Muss – und das zu Recht.
So reiht sich auch Istanbul in die Kette der schönsten Hafenstädte unseres Globus ein, über die wir in kurzer Form aus eigenen Erfahrungen hier berichten.